Ausstattung

Die dreischiffige Bauform der Kirche mit dem eingewölbten Chor enstand 1428 über frühromanischen Fundamenten. Das Kirchenschiff ist heute weiß verputzt, die Stuckornamente aus dem Jahr 1767 wurden bei der letzten Restaurierung 1970 in sehr hellen, zurückhaltenden Farben bemalt.

Aus der nachreformatorischen Zeit um 1608 stammt die Kanzel mit reich verziertem Schalldeckel und Volutenpyramide, die sich auf der linken Seite in der Mitte des Hauptschiffs erhebt. Davor steht ein Stuckmarmor-Taufstein mit stilistisch passendem Altar aus der Zeit um 1767.

Der große Altar im Chorraum ist eine Kopie und Komposition eines spätgotischen Altarschreins nach verschiedenen Werken u.a. Tilman Riemenschneiders, geschaffen von dem Memminger Bildhauer Vogt. Das Werk wurde 1894 auf der Weltausstellung in Chicago preisgekrönt und zwei Jahre später von dem Kemptener Fabrikanten August Heinrich Gyr für die Evangelische Gemeinde erworben.
Im Zentrum des Altars steht eine bewegende Kreuzigungsszene; in den umliegenden Feldern sind die Verkündigung Mariä, die Geburt Christi, der Einzug in Jerusalem, die Szene im Garten Gethsemane und das Heilige Abendmahl liebevoll detailliert dargestellt. Gekrönt wird der Altar von einer Heilandfigur nebst vier Engeln vor gotisch anmutendem Fialwerk.

Die Glasfenster im Chor wurden 1866-1869 von dem Nürnberger Glasmaler nach Entwürfen des Akademiedirektors August von Kreling angefertigt. Geburt, Tod und Auferstehung Jesu werden an den Ostfenstern thematisiert. An den nördlichen Seitenfenstern sind die vier Evangelisten und die Auferweckung des Töchterleins des Jairus abgebildet.